Der schlaue Papagei
Ein Mensch, der wünscht sich vielerlei,
sein größter Wunsch, ein Papagei.
Drum geht er nei in su an Loden,
wo wern die Viecher ongeboten.
Schaut aus fast wie a Voglpark,
gibt´s welche scho für 100 Mark.
Soll man sich doh für an entscheiden,
kummt man ganz schee in Schwierigkeiten.
Etz führt ihm der Verkäufer vor
a ganz besonders Exemplor,
der rasselt runter, ohne Stocken,
Goethes Faust und Schillers Glocken,
auf griechisch sugor den Homer,
wie wenn des für ihn gornix wär'.
Von Shakespeare kennt er die Sonetten,
ja sugor Opern, Operetten,
die Stars er alle imitiert,
hot rezitiert und deklamiert.
So wie der Vogl alles meistert,
der Käufer wor total begeistert.
Natürlich ist der Preis net billig,
den gibt ma weg ganz widerwillig.
Für su an Vogl, der des konn,
doh schaut ma 1000 Mark net on,
schnell senn die zwaa sich handlsahnig,
dass des gornet zuviel is, mahn ich.
Der Mensch sich ausmolt alles schee,
braucht ka Cassetten, ka CD,
für Unterhaltung mancherlei,
sorgt etz für ihn der Papagei.
Daham zeigt er den Vogl rum,
doch der sogt nix, blebbt einfoch stumm,
wie wenn aufamoll, su a Gfrett,
des Viech alles vergessen hätt'.
Wos er aa onstellt, mit ihm macht,
hot keinen Ton mehr rausgebrocht,
3 Wochen lang versucht sei Glück,
drum brengt er ihn ins Gschäft zurück.
Doh is es um den Kaufpreis ganga:
"Des geht fei net, wos Sie verlanga,
wenn der etz nix mehr reden konn,
kriengs bloß 200, guter Monn."
Beim Nausgeh konnt er deitlich hörn,
doh sogt der Vogl zu seim Herrn:
"Wos ausgmacht worn is, denk fei droh,
400 Mark krieg ich davoh."
Beispiele:
zurück zu den Werken
Wos ma net in da Händ hot
Shopping- zum anhören